haarbändiger

mein fön hat zinken wie eine chorusline von langbeinigen revuegirls. mit ihren high-heels massieren sie meine kopfhaut und surfen in furchen durch meine haare. das gibt streifen wie im weizenfeld, dann wieder rinnen und fransen und wirbel und büschel und schüppel und flirrende schuppen.

denn mein haarschopf ist keine industriebrache sondern ein wildwuchs, der braucht einen mächtigen dompteur.

mein fön ist ein ablandiger fallwind, ist bora, mistral, reshabar auf einmal, ist puelche und laoswind und chinook und kachchan und norte und sarma und zonda.

mein fön ist ein föhn ohne bewölkung im luv oder am alpenhauptkamm.
denn mein haarschopf ist kein windschutzstreifen sondern ein dschungel und braucht einen mächtigen dompteur.

er rauscht wie ein fernsehgerät aus den fifties, nur musikalischer.
ein gut in der hand liegender fechtstab, ich fechte mir die feuchtigkeit aus dem haar.

denn mein haarschopf ist keine streuobstwiese sondern ein amazonas, der braucht einen mächtigen dompteur.

mein fön ist dreißig zentimeter purer spaß!
er kratzt mir die lebensfreude in die haut als ein unsichtbares tattoo.
mein fön stellt das archimedische prinzip auf den kopf, aber das macht nichts, im gegenteil, darum liebe ich ihn umso temperierter.

denn mein haarschopf ist keine pflegelandschaft sondern ein naturhaushalt, der braucht einen mächtigen dompteur.

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