Archive for the ‘kunst’ Category

der namenlose schrecken

Juli 10, 2015

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Serendipity

September 3, 2012

Ausstellung
Mormat Mühlgasse 20 1040 Wien im Freihausviertel

Vernissage 19.9.2012 19:00
Acryl auf Leinwand
Musik Grazile Gazelle

Finissage 25.10.2012 19:30
Text ÖdnisOde

Bild

[serendipity]
die Gabe, zufällig glückliche und unerwartete Entdeckungen zu machen
(die Entdeckung, das Glück, ein glücklicher Zufall, der Spürsinn)
beim malen bin ich über ein wort gestolpert, .. sowas passiert schon mal beim malen, da verheddern
sich die gedanken, die zu diesem zeitpunkt auslauf haben, aber wie verspielte hunde nunmal sind
und um die beine des malers streichen und dazwischenbellen ins gemalte hinein und siehe da – ein
fundstück: serendipity.
ich mag ja keine symbole malen, aber manchmal reizt mich doch das zeichenhafte der geister, das
gestenhafte der symbole und ich versuche sie zu überlisten, zu hintergehen hinter den sinngehalt zu
reiten.
über den symbolstrand lecken die bedeutungswellen und schäumen bevor sie im sand verlaufen, so
ist auch der sturz in die wellen in die schäumende gischt und es ist auch ein überschäumen, wenn
der sinn mit den zeichen durchgeht. das ist das eine.
das andere ist serendipity.
kein sinn oder hintersinn, nur spürsinn, weil die benennendste eigenschaft von lebendigem, von
materie überhaupt ist: leben!
beim malen: ich inhaliere die leinwand, ich hauche (sie) aus, der leere geist stülpt seine farberfüllten
tentakel über die fläche, die gesten sind der ausdruck der umgestülpten, gefalteten leere, die sich
nun auf der leinwand ausruht.
am anfang haucht es aus und erschafft sich selbst.
dieses ES ist es, um das es immer geht, es ist die geburt allen geistes, die erste echte vorsätzliche
tat, die erste erklärung, das erste zeichen, das erste symbol, das erste zu erkennende – das nun für
alle dinge anwendbar wird, von nun an ist alles ein vielfältiges, und in diesen falten entfaltet sich
die schöpferkraft und wird immer gigantischer bis sie götter und titanen erschaffen hat .. und nun
aber kommt der spürsinn und schnüffelt zwischen diesen bedeutsamen dingen herum und spürt: da
ist doch noch was, da ist noch etwas dazwischen, da fehlt noch ein zusammenhang, das sind doch
alles bloß lose enden, und so sagt er das eine mal, dass das gut ist, das andere mal aber nicht, weil
die neugier über wiegt oder der übermut. und so taucht er durch die sinngalaxien und gibt den
dingen ein eigenleben hinter dem eigensinn und siehe da, da meinen sie plötzlich etwas anderes,
etwas ungeklärtes oder nichts. und siehe da, er sieht, dass es gut ist.
und so ist scheinbar etwas verloren oder gefunden oder was.
jedenfalls gibt es noch eine menge herauszufinden und hineinzufinden und noch dazu ist da ein
spass drin verborgen und wo möglich kommt es gerade darauf an.

die aneignung der welt

September 11, 2009

ein bewußt gestaltetes leben.

jetzt fängt’s erst an

August 13, 2009

ein neues tempo ..

im vorälplerischen krafttank

Juli 10, 2009

ein paar einblicke ..

exquisites prekariat, prekäre extravaganz

Mai 30, 2007

so wie der staat sich arme künstler leistet,
so wie sich sozialistische politik
armut und unwürdiges leben
für einen nennenswerten anteil der bevölkerung leistet,
so leisten wir uns jetzt, zu tun, was wir nicht lassen können.
wider die alte behauptung, dass kunst nach dem gelde geht,
gehen wir ohne geld nach der kunst.

in prekären verhältnissen lebend, erlauben wir uns kultiviert zu sein.
wir verneinen die beworbene öffentlichkeit und laden persönlich ein.

jede veranstaltung gründet ihre eigene community,
wir werden kommen, wir sind schon da und wir sind zivilisiert.
so wie es sich die politischen parteien leisten, ihre
repräsentationskultur zu institutionaliseren und die freie kunst
zu marginalisieren und prekären lebensverhältnissen auszusetzen,
also selber nicht dabei sein zu wollen, die weigerungen wurden
bei verschiedensten gelegenheiten explizit ausgesprochen,
denn der kulturverwalter öffentlichen geldes hat
keinen sachverstand und keine sprache als die der diplomierten apparatschiks.
wenn politik sich auf verwaltung beschränkt und
keinen fach- noch sachverstand einbringt, dann
wenden wir uns ohne öffentlichkeit und ohne werbung und
ohne vermittlungsinstanzen direkt an unser publikum, an unsere verbündeten.

wir nehmen freiwillig die position des außenseiters ein,
um als spiegelinstanz dem bereiten/der aufnahmebereiten gesellschaft
eine neue oder zusätzliche wahrnehmungsmöglichkeit zu ermöglichen.

endlich wachsen die weltkulturen von unten zusammen,
der vorsprung der 1.welt wird willkürlich aufgegeben,
das narrenschiff lädt ballast ab, wie sich zeigt sind es
die egoistischen repräsentanten, die ihre guten manieren verwerfen
und sich unzivilisert geben, während die basis,
wie immer auch ohne sie auskommt und schaffensfroh werkt.

wir verkünden die epiphanie des postreklamen zeitalters.
wir erklären öffentliche werbung für (hinfällig, obsolet,
.. nicht mehr erlaubt, weil sie uns nicht für die belästigung,
für das intentionale aufsichziehen
unserer aufmerksamkeit entschädigt – das equivalent des beworbenen müßte
erst einer prüfung unterzogen werden – und die erfahrung hat gelehrt,
dass es der mühe nicht wert ist.)

die inkomensurabilität des schöpfens.

etwas über die weltgemeinschaft, der man unwillkürlich angehört,
es gibt ja jetzt schon leute, die etwas freiwillig verwalten,
nämlich gewisse software-pakete maintenace, das ist das zauberwort.

so also auf die auflösung der verwaltung hin,
was auch der pflege und fürsorge mehr entspricht.
wenn man auch mehr frauen in den öffentlichen sozialdienst einbinden würde,
dann würde auch da mehr weitergehen.
wir sind nicht aufzuhalten, auch nicht von der abwendung der kulturpolitik.
denn da wendet sich was von sich selbst ab,
nimmt seine aufgabe nicht wahr, sondern geht seinen vorlieben nach,
das kann er aber von amtswegen nicht machen!
andererseits hat er immer wieder seine großzügigkeit
und güte und seine ausgleichsbereitschaft unter beweis gestellt.

man kann sich natürlich fragen – in der tat tut man das auch
im vorgange der autopoiesis – was man falsch gemacht hat,
da der erwartungsdruck, der auf dem
[sich selbst be/an(nach sich selbst)greifenden] individuum lastet,
woher er kommt und woraus er gemacht ist erörtern wir später im detail,
ein druck, dessen man sich unausgesetzt bewußt ist in einer ausgesetztheitskonfusion,
die an wahnsinn grenzen kann, und durch den man geneigt wird,
sich in der lage sehen zu müssen nach einer auflösung,
nach einer entlastung – aber wohin, wo die grenzen des ICH
nicht mehr selbstbestimmbar sind – denn genau dies ist dieser aussendruck!!
und somit ist auch schon die ursache bestimmt.

und darum eingreifen – nach außen greifen in einer neubeschreibung – das ist der kern.
wir schreiben die verhältnisse neu, denn damit sind sie neu.
das ist schon der ganze zauber. auf akzeptanz kann das selbstreferat nicht warten,
sie erfolgt sozusagen automatisch durch die lebbarkeit des beschriebenen.

vollkommen klar. macht als drohmacht ist obsolet.
da es um kommunikation geht, geht es um regeln.
das „subjekt“, das sich außerhalb der regel stellt kann qua macht befragt werden.
dann ist aber eine einigung zu erzielen,
die in offener diskussion von repräsentanten stattfinden soll –
nichts mehr mit urteilen und strafen!

gegen die kunstinstitutionen, die besser verwaltbar sind,
sonst gibt es keine grund. ende der verwaltung von kunst.
die produzenten fordern sich ein. eine verwaltungseinheit kann es sich nicht leisten,
auf seine künstlerischen kräfte zu verzichten –
und schon garnicht aus unverstand,
der nur der schönrederei und dem lobbyismus nachbetet.

die kreativen lassen sich nicht mehr verkaufen.
lieber arm und unerkannt an der künstlerischen welt arbeiten
und gegen die repräsentationskultur aufstehen als mit den bonzen prassen,
und mittlerweile sind die bonzen nicht nur die kapitalisten
sondern vor allem die parteilobbyisten.
sie sitzen auf den fetten pfründen von jahrzehnten,
die sie nicht selber geschaffen haben und vertreiben aus ahnungslosigkeit
und ressentiment die künstler aus der gesellschaft, die nicht mehr weiß,
was sie von den künstlern einfordern kann. und natürlich umgekehrt.
wir fordern die gesellschaft ein.
der thatcherische satz vom ende der gesellschaft ist das unmenschlichste,
was ein gewählter vertreter vorbringen kann, dass es nicht geahndet wurde,
ist ein zeichen von geringem demokratieverständnis und humanismus,
das dringend verbessert werden muss, sowas darf eigentlich nicht mehr vorkommen,
so wie man sich vor tyrannen schützen muss,
die unschuldige mitbürger in bewaffnete kriege schicken.
verwunderlich, dass es noch keine gesetzgebung gibt, die sowas verhindert.

die respekt-frage. die integrität der person.
weil gesellschaft dort, wo man sie reglementieren kann,
das ist zuwenig, wenn das bedeutet, persönlichkeitsrechte zugunsten weniger zu beschneiden.
und sie sogar aus der freiheit zu entfernen.
in einer gewissen hinsicht ist der mensch unflexibel, er ändert nicht gerne etwas,
das bequem ist und scheinbar funktioniert,
auch wenn die langfristigen negativen auswirkungen bekannt sind.
der level an frustration oder negativer emotion ist nicht hoch genug.
an dieser stelle sollte die vernunft ihr werk tun, tut sie aber nicht,
weil es noch genügend lobbyisten gibt,
denen die kurzfristig positiven auswirkungen für wenige lieber sind
als die erhaltung des biotops.